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sirventes berlin ist ab sofort jeden Samstag um 12.00 in der Kirche Am Hohenzollernplatz zu hören.
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Sie sind jetzt hier: home - Projekte - Dorfman/Hindemith: Credo
für Kammerchor (24 Stimmen) und Kammerensemble (11 Spieler)
zum Gedächtnis des 110. Geburtstages von Paul Hindemith
Instrumentation: Flöte, Oboe, Englischhorn, Klarinette, Saxophon,
Horn, Trompete, Posaune, Schlagzeug, Bratsche, Kontrabaß
Kompositionszeit: 2005/2006
Dauer: 20 - 25 Minuten
Die Ergänzung von musikalischen Werk-Fragmenten bedeutender
Vorbilder ist seit jeher eine besondere Herausforderung für
jeden Komponisten. Mit seinem „Credo“ stellt sich auch
einer der renommiertesten Komponisten Israels, Joseph Dorfman (*1940),
dieser anspruchsvollen Aufgabe: Er setzt damit eine musikalische
Arbeit Paul
Hindemiths (1895 – 1963) fort.
Gleichzeitig bedeutet das neue „Credo“ aber auch eine
Fortsetzung der interdisziplinären und interkulturellen Zusammenarbeit
des jüdischen Komponisten Joseph Dorfman mit dem christlichen
Dirigenten Stefan Schuck und seinem Vokalensemble sirventes berlin
(vormals: Solistenensemble der Kirche Am Hohenzollernplatz). Zusammen
hatten Dorfman und Schuck im Jahr 2003 das viel beachtete Musik-
und Kunst-Projekt „...dass sie leben“ der Öffentlichkeit
vorgestellt. Seither steht der interreligiöse Dialog im Mittelpunkt
dieser musikalischen Partnerschaft, die mit dem „Credo“ weiter
geführt wird.
Das diesem Werk zugrunde liegende Fragment Hindemiths entstand 1963. In diesem Jahr hatte Hindemith bereits eine Messe für gemischten Chor a cappella geschrieben; eine weitere Messe wollte er für Chor und Kammerensemble komponieren. Durch seinen Tod konnte er jedoch lediglich 70 Takte des „Credo“ skizzieren. Derzeit ergänzt Joseph Dorfman das Fragment zu einem vollständigen „Credo“ und wird in dieser Idee vom Leiter des Paul-Hindemith-Institutes Frankfurt, Prof. Giselher Schubert, unterstützt.
Die zentrale Frage für Dorfman: Wie lassen sich die Ansätze
Hindemiths mit einer interreligiösen Lesart des Glaubensbekenntnisses
vereinen? Grundsätzlich wird sich die Komposition in einer
großangelegten, einsätzigen Form entwickeln. Nach eingehendem
Studium des vorliegenden musikalischen Materials Hindemiths entschied
sich Joseph Dorfman, Blasinstrumente einzusetzen. Damit folgt er
Hindemiths Entwürfen. Auch im Chorsatz wird er thematisches
Material und Teile der Hindemithschen Skizze (auf Lateinisch) verwenden
und diese mit selbst komponiertem Material kollagenartig zusammenfügen.
Die kontrapunktische Satzweise erlaubt es, den Chorsatz in vier,
sechs und acht Stimmen aufzuteilen. Die chorischen Abschnitte werden
sich mit rein instrumentalen Passagen abwechseln.
Die von Hindemith angelegte Vertonung des christlichen Glaubensbekenntnisses
in lateinischer Sprache wird von Dorfman durch seine kompositorische
Arbeit mit einem hebräischen Text aus dem „Ani Ma’amin“,
dem jüdischen Glaubensbekenntnis ergänzt. Diese lateinisch-hebräische
Zweisprachigkeit wird sich durch das ganze Werk ziehen. Dabei können
die unterschiedlichen Sprachen und Glaubensbekenntnisse sowohl
gleichzeitig als auch nacheinander klingen, um dem Ideal eines
toleranten und aktiven Zusammenlebens der Religionen eine gemeinsame
musikalische Sprache zu geben.